Tatort Militär Beiträge:
 
1. Henning von Tresckow
2. Einsatzführungskommando oder Oberste Heeresleitung

3. Tatort Balkan

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Henning von Tresckow (BAMM- Büro für antimilitaristische Maßnahmen)

Der Namensgeber dieser Kaserne, Henning von Tresckow, ist einer der beliebte-sten Vorbilder der Bundeswehr: Er war beteiligt am Attentat des 20. Juli 1944. Was er davor noch alles war und was er getan hat, das möchte die Bundeswehr allerdings nicht so genau wissen. Blenden wir also zurück: Im Jahr 1941 rückte von Tresckow mit seiner Wehrmacht in Weißrussland ein. Im August 1942 war er als Oberst im Generalstab und Leiter der Führungsabteilung der Heeresgruppe Mitte zuständig für den Bereich "Partisanenbekämpfung". Unter diesem Stichwort wurden Hunderttausende von ZivilistInnen umgebracht, vor allem Kommunisten und Kommunistinnen sowie Juden und Jüdinnen. Unter der Regie von Tresckows wurden die Verbrechen gegenüber der Zivilbevölkerung massiv verstärkt. Er machte sich mehrfach dafür stark, eine SS-Kavalleriebrigade zur so genannten Bandenbekämpfung einzusetzen. Diese Brigade hatte im August 1942 rund 100 ZivilistInnen als "Strafe" für einen Sabotageakt massakriert. Von Tresckow setzte die Brigade weiterhin ein - auch nachdem sie berichtete, dass sie "sämtliche Einwohner einiger Ortschaften einschließlich Frauen und Kinder erschossen" hatte. Wo Untergebene Vorschläge zur Brutalisierung der Kriegführung einbrachten, stießen sie bei von Tresckow auf offene Ohren: Als ein Major vorschlug, "tote Zonen" einzurichten und alle in diesen Zonen angetroffenen Männer zu deportieren bzw. zu erschießen, empfahl von Tresckow diese Idee der "besonderen Beachtung" der ihm unterstellten Einheiten. Von Tresckow war kein Gegner der NS-Verbrechen. Er war selbst Antisemit und bereit, sogenannte "jüdisch-bolschewistische" Untermenschen zu "erledigen". Mit einer Einschränkung: es musste einen militärischen Sinn haben. Deswegen hielt er nichts davon, ausnahmslos alle Juden umzubringen. Er hatte aber nichts dagegen, einige Hundert Juden umzubringen, wenn sich deren Tod als Rache für Partisanenangriffe eignete. Von Tresckow war ein treuer Soldat Hitlers - so lange, bis ihm klar wurde, dass mit Hitler der Krieg nicht zu gewinnen war. Was er wollte, war nicht das Ende der NS-Verbrechen, an denen er sich selbst bis zum Schluss beteiligt hatte. Er wollte, wie es sein ideeler Chef Stauffenberg formuliert hatte, sicherstellen, dass "Deutschland im Spiel der Mächte ein einsetzbarer Faktor"" bleibe. Von Tresckow hatte nichts dagegen, an der Spitze der deutschen Armee über andere Länder herzufalen und, wo "sinnvoll", Verbrechen zu begehen. Hauptsache der Krieg wurde gewonnen. In diesem Sinne ist er genau das richtige Vorbild für die Bundeswehr.

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Einsatzführungskommando oder Oberste Heeresleitung (die agentur)

Hier in der Henning-von-Tresckow-Kaserne wird der deutsche Teil des "Krieges gegen den Terror" organisiert. Die Fallschirmspringer, die vor zwei Wochen in Kabul einmarschierten, gehören genauso dazu, wie die ABC-Truppen in Kuwait oder die Bundesmarine vor der Küste Somalias. Egal, wo gerade deutsche Soldatinnen und Soldaten in diesem Kontext mitbomben, töten und besetzen, die Fäden laufen vor unseren Augen an diesem Tatort, der im Amtsdeutsch als Einsatzführungskommando bezeichnet wird, zusammen. Oberste Heeresleitung wäre der passendere Name für diesen neuen-alten deutschen Generalstab angesichts seiner historischen Vorläufer im Ersten und Zweiten Weltkrieg. Direkt dem Bundesverteidigungsminister unterstellt, werden von hier die direkten Befehle an Kampfhubschrauberstaffeln und Elite-Täter in Spezial-Mission ausgehen. Bei der Wiederbewaffnung der BRD nach 45 wurde der deutsche Generalstab mit seinen unkontrollierbaren Befugnissen absichtlich durch flachere Hierarchien ersetzt, die jeweils mehreren Stellen und nicht nur einer rechenschaftspflichtig waren. Die Alliierten wollten diese Institution, die maßgeblich am Vernichtungskrieg und Auschwitz beteiligt war, in der Folge verhindern. Während die Bundeswehr heute derartige Strukturen im Rahmen ihrer Umstrukturierung zur weltweit einsetzbaren Interventionsarmee wieder aufbaut, verschweigt sie solche Zusammenhänge lieber. Kritische Stimmen stören nur beim "Blick nach vorn". Und die unverbesserlichen KritikerInnen sollen mit dem penetranten antifaschistischen Bezug auf die Fraktion der Attentäter des 20. Juli aus der Nazi-Wehrmacht ruhiggestellt werden. Damit lässt sich dann gleich viel unbefangener weltweit Krieg führen. Geplant war diese Militärzentrale schon vor den Anschlägen am 11. September. Von hier aus sollen sämtliche größeren deutschen Kriegseinsätze außerhalb des NATO-Gebiets gesteuert werden. Durch Kapazitäts-Probleme wegen vorzeitiger Inbetriebnahme konzentrieren sich die Herrschaften in Uniform hinter diesem Zaun erstmal auf die Kriegseinsätze im Mittleren Osten und am Horn von Afrika. Die Kontrolle über den Mazedonien-Einsatz, der seit dem letzten Sommer läuft, und die anderen mehreren Tausend deutschen Soldatinnen und Soldaten im ehemaligen Jugoslawien, Ost-Timor oder wo auch immer muss vorläufig über andere Standorte geregelt werden. Beabsichtigt ist aber die Zentralisierung dieser Führungsfunktionen ab April diesen Jahres hier in Geltow. Damit ist dieser Tatort zusammen mit der KSK-Kaserne in Calw und dem Bundesluftwaffenstützpunkt in Oldenburg ein mehr als geeignetes Ziel für unseren Widerstand. Darüber hinaus ist hier mit dem so genannten Einsatzführungskommando mittelfristig die Basis geschaffen, Kriege der WEU, unabhängig von NATO-Strukturen, zu führen. Der westeuropäische Bündnis-Imperialismus - mit seinem nicht nur ökonomisch stärksten Glied Deutschland - schafft sich perspektivisch, losgelöst von den USA, seine eigenen Kriege und die notwendigen Strukturen dazu. Französische, italienische und andere Generäle werden von hier mit den deutschen zusammen ihre Truppen zu neuen Untaten führen. Diese weltweiten Unterdrücker haben Namen und Adressen! Kein Frieden mit den Kriegstreibern hier und anderswo!

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Tatort Balkan (fels)

Tatort: Balkan - Täter: Rot-Grüne Bundesregierung - Tatausführende: Bundes-wehr: Hier, im Einsatzführungskommando in der Henning v. Tresckow Kaserne, werden die Auslandseinsätze der Bundeswehr koordiniert. Gleich drei der aktuellen Auslandsmissionen finden auf dem Balkan statt. In Bosnien-Herzegovina beteiligt sich die Bundeswehr seit 1996 an der SFOR Truppe. In den Kosovo sind die deutschen Soldaten nach dem Krieg gegen Jugoslawien im Frühjahr 1999 als Bestandteil der KFOR eingerückt. Und in Mazedonien ist Deutschland seit Oktober vergangenen Jahres sogenannte Lead Nation eines NATO Einsatzes. Lead Nation - "Führungsnation": Das bedeutet, dass die NATO Mission in Mazedonien unter deutscher Hauptverantwortung steht. Das erste Mal überhaupt. Wieder "Führungsnation" zu werden - politisch, wirtschaftlich, militärisch. Darum geht es der deutschen Außenpolitik seit der Wiedervereinigung 1989. Erfolgreich, wie wir sehen können. Im Windschatten des US-geführten Krieges gegen den Terrorismus seit dem 11. September kann Deutschland seine militärische und politische Bedeutung ausbauen. Der Balkan ist dafür einmal mehr das Sprungbrett. Wie überhaupt die Intervention in die Kriege in Jugoslawien maßgeblich dazu beigetragen haben, dass Deutschland heute wieder "Führungsnation" ist. Was noch vor wenigen Jahren unvorstellbar war, hat diese Bundesregierung ermöglicht. Deutsche Truppen waren dort an Einsätzen beteiligt, wo deutsche Truppen zwischen 1941 und 1945 furchtbare Kriegsverbrechen begangen haben. In Pancevo, wo Wehrmachtssoldaten Massenerschießungen von Zivilisten durchführten, zerstörte die NATO-Luftwaffe mit deutscher Unterstützung eine Chemiefabrik. Tod durch Vergiftung wird die Folge für viele Bewohnerinnen und Bewohner dieser Kleinstadt sein. In Kraljevo, wo Wehrmachtssoldaten Tausende Zivilisten in einer Fabrik einschlossen und für jeden von antifaschistischen Partisanen getöteten deutschen Soldaten, hundert Frauen, Männer und Kinder ermordeten, schlugen mit freundlicher rot-grüner Unterstützung aus Berlin die Bomben ein. Auch in Kragujevac, am Ort des brutalsten Massakers der deutschen Wehrmacht in Jugoslawien, rasten die Bomben in Fabriken, zerstörten die Lebensgrundlage Tausender Menschen, ermordeten Zivilistinnen und Zivilisten. Heute kommen die deutschen Truppen als Friedensbringer auf den Balkan, sagen die Rot-Grünen. Der Einsatz des Bundeswehr sei notwendig, um weitere Kriege zu verhindern, behauptet Josef Fischer. Nur durch den Krieg gegen Jugoslawien hätte ein neues Auschwitz verhindert werden können, weiß Verteidigungsminister Rudolf Scharping. Absurder kann die Realität nicht verdreht werden. Krieg ist Frieden - Wahrheit ist Lüge. Wenn wir uns heute die Situation im Kosovo anschauen, sehen wir: Unter den Augen und mit Hilfe von NATO und Bundeswehr hat hier eine brutale Vertreibung von ZivilistInnen stattgefunden. Albanische Nationalisten zündeten die Häuser von mindestens 150.000 SerbInnen und 100.000 Roma an. Zuvor als Bodentruppen der Nato militärisch aufgerüstet, vertrieben die UCK-Terroristen die Menschen mit Gewalt aus dem Kosovo. Bis heute leben diese Flüchtlinge in miserablen Unterkünften in Serbien, Montenegro oder Mazedonien. Ein Beispiel für die zynische Menschenrechtsrhetorik: In einem Elendsquartier bei Skopje in Mazedonien leben seit zweieinhalb Jahren über tausend aus dem Kosovo vertriebene Roma - Opfer des NATO-Krieges - eingepfercht in einer menschenunwürdigen Unterkunft aus Containern und Hütten. Ohne Brennholz, mit unzureichender Ernährung und Gesundheitsversorgung mitten in einem eisigen Winter. Die NATO Truppen können oder wollen ihre Sicherheit im Kosovo nicht garantieren. Selbst in Mazedonien sind sie vor Übergriffen albanischer Nationalisten nicht sicher. Geflüchtete Roma, die versuchen über die Mauern der Festung Europa nach Deutschland zu kommen, werden so schnell wie möglich wieder abgeschoben. 250.000 Menschen mussten vor dem Terror in Kosovo nach dem Einmarsch der KFOR-Truppen flüchten. Die Nato und die Bundeswehr haben genau das ermöglicht, was sie angeblich verhindern wollten. Eine "ethnische Säuberung", um dieses häßliche Wort zu benutzen. Trotzdem steht heute Slobodan Milosevic vor den Richtern in Den Haag und nicht Schröder, Fischer und Scharping. Diese Verdrehung konnte nur Rot-Grün glaubwürdig durchsetzen. Nur mit der Pose des humanitären Einsatzes und des vorgeblichen Antifaschismus, konnte die Bundeswehr wieder im großen Stil interventionstauglich gemacht werden. Der Jugoslawienkrieg 1999 ist vorbei. Beim Einsatz im Rahmen der Anti-Terror-Koalition darf der Kanzler schon viel deutlicher benennen, worum es bei der Remilitarisierung der Außenpolitik wirklich geht: Deutschland ist wieder wer und hat das Recht seine Interessen auch militärisch durchzusetzen. Lassen wir uns nicht von Menschenrechtsrhetorik einlullen, wenn Politiker und Generäle zum Krieg aufrufen. Schauen wir genau an, was sie erzählen und was sie tun. Das reicht, um zu wissen, dass sie nicht nur Lügner, sondern Kriegsverbrecher sind. Es gibt nicht so viele Farbbeutel, wie wir an Joschkas, Gerhards und Rudolfs Ohren zerplatzen sehen möchten.

 
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